I’m an Ironman

Ironman Europameisterschaft 2017 in Frankfurt: 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42 km Laufen und das alles mit ordentlich Dampf im Schlappen.Um eins vorwegzunehmen: Ja, ich habe es geschafft und darf jetzt endlich sagen „I’m an Ironman!!!“ 
Aber ich fange mal von ganz vorne an. 
Los ging es am Freitagnachmittag. Gemeinsam mit Freundin Marie, Trainer/Abteilungsleiter und ebenfalls Ironmanstarter Schorsch und dessen Frau Barbara machten wir uns mit dem Teambus (normales Auto) auf den Weg nach Frankfurt.

Nach längerer und staureicher Anfahrt checkten wir im Hotel ein und gingen anschließend in Richtung Römer zum Abendessen. Nach einer kurzen Stadtbesichtigung sah ich dann auch das Objekt der begierde: Den Zielkanal!
Der Samstag stand dann bereits ganz im Zeichen des Wettkampfes. Registrieren, Rad einchecken, Wechselbeutel abgeben und Wechselzone erkunden.
Aufgrund der Größe des Wettkampfs mit rund 3000 Startern musste ich feststellen, dass das Einchecken etwas länger dauert und komplizierter ist, als beim Heimwettkampf Rigolator, wo dies in wenigen Minuten erledigt ist.
Abends folgte dann eine private Pasta Party für die familieneigenen Profis sponsored bei Mama und Papa auf einem nahegelegenen Campingplatz, bevor es dann zeitig ins Bett ging, denn bereits um 03:00 Uhr endete unsere Nachtruhe.
Nach kurzem Frühstück bzw. Lunchpaket ging es dann auch schon los.

Noch schnell ein „Angstrolli“ gemacht und ab gings mit dem Atheltenbus zum Langener Waldsee. 

Trotz der täglich steigenden Wassertemperatur dann die für den ein oder anderen Athleten erleichternde Nachricht: Neoprenanzug erlaubt.
Kurz nach den Profis erfolgte dann der Startschuss für die „normal“ Wahnsinnigen. 
Meine zuvor geplante Taktik, mich zunächst in den Wasserschatten eines guten Schwimmers zu hängen, um meine eigene Zeitvorgabe von 55 min zu erreichen, ging leider nicht ganz auf. So musste ich nach 1,5 km und dem ersten Landgang das Tempo etwas anziehen, um mein persönliches Ziel noch zu erreichen. Nach etwas über 56 min erreicht ich dann relativ entspannt den Schwimmausstieg.

Neo aus, Helm auf und ab aufs Rad.
Angefeuert von den mitgereisten Supportern konnte ich gleich zu Beginn ein gutes Tempo anschlagen und meinen Rhythmus finden. 

Bereits nach 80 km fuhr ich in einer Gruppe mit Profifrauen und fühlte mich einfach saugut auf meinem Rennhobel. Doch Vollgas war das noch nicht und so zog ich nach etwa 130 km erneut das Tempo an ubd gab richtig Druck auf die Pedale. Schnell war ich alleine und setzte meine Fahrt so fort. Nach 04:42 min Radfahren und einer Rennzeit von etwa 05:45h ging es dann ins Wechselzelt und die Radschuhe wurden durch Laufschuhe ersetzt.

Nach einem schnellen Wechsel lief ich ohne größere Schmerzen und muskuläre Probleme aus dem Wechselzelt. Dieses gute Gefühl zeigte sich auch in den Kilometerzeiten. Kilometer 1 passierte ich laut meiner Uhr nach 03:55 min und km 10 nach etwas über 43:00 min, also viel zu schnell. „Was solls“, dachte ich mir, das erste von vier Armbändern, welches es für jede Laufrunde gab, hatte ich ja schon. Die Quittung hierfür folgte jedoch prompt und so gestalteten sich die letzten 25 km ziemlich hart. Gequält und mit komplett harten Oberschenkeln holte ich mir schließlich das langersehnte vierte Bändchen. Jetzt nur noch locker ins Ziel laufen, dann ist das Ding im Kasten… falsch gedacht! Ausgerechnet bei km 39 lief ich auf einen Athleten meiner Altersklasse auf. Klasse, hätte das nicht bei km 10 sein können, dachte ich mir, doch es half nichts. Wer nach Hawaii möchte, muss auch bei km 39 nochmal Vollgas geben. Es folgten 3 verdammt harte letzte Kilometer bis zum Zieleinlauf auf dem Römerberg. Die Ziellinie erreichte ich dann nach 09:02:20h, was Platz 52 insgesamt und Platz 7 in meiner Altersklasse bedeutete. In meiner Alterklasse wurde ich sogar vierter Europäer und zweiter Deutscher.
Nun die Frage: Zufrieden oder nicht? Natürlich wollte ich im Voraus eine Zeit unter 9h erreichen und mir einen Startplatz für die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii sichern. Allerdings verlief vor allem die Laufvorbereitung alles andere als nach Plan und so musste ich etwa zwei Monate komplett auf wichtige Laufeinheiten verzichten, sodass ich mit dem Ergebniss sehr zufrieden und glücklich bin. Auch wenn es dieses Jahr nicht ganz für den Mythos Hawaii gereicht hat, kann ich sagen: Ich gebe nicht auf und werde es garantiert nochmal versuchen. Vielleicht nicht nächstes Jahr und nicht in Frankfurt, aber soweit habe ich jetzt noch nicht geplant.
Ein großes Dankeschön an alle Fans vor Ort und alle, die zuhause vor dem Fernseher oder via Live Tracking mitgefiebert und mir die Daumen gedrückt haben. Allen voran natürlich Superfan und der besten Freundin der Welt Marie sowie meiner ganzen Familie, Freunden und Vereinskollegen. 
Danke, ihr wart super.

Nach einem kleinen Empfang in Riegel ging es dann nach Hause. Bereits morgen geht es in den langersehnten Malleurlaub, um dem Muskelkater, der seines gleichen sucht, den Kampf anzusagen und den Erfolg gebührend zu begiesen. 
Hierüber wird es aber keinen Bericht geben, denn: 

was in Malle passiert, bleibt in Malle! 

Ein Gedanke zu “I’m an Ironman

  1. Sally du Verrückter,
    Wenn einer nach nicht einmal 3 Jahren einen Ironman in knapp 9 Stunden bewältigt, hat meinen aller größten Respekt. Top, Top, Top. Da gehört nicht nur viel Training sondern auch Talent dazu. Kannst stolz auf dich sein, wie all die anderen die dir die Daumen gedrückt haben. Ich trau dir noch die 8:30 Stunden zu und dann klappt es auch mit Hawaii. So wie ich dich kenn, versucht du es bestimmt nächstes Jahr wieder und das ist gut so. Meine Unterstützung hast du auf jeden Fall.

    Bleib dran
    Gruß Holger

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