Deutschland ist Europameister!!!

Am vergangenen Wochenende nahm ich zusammen mit der Deutschen Polizeinationalmannschaft bei den europäischen Polizeimeisterschaften im Triathlon in Holland teil.

Bereits am Donnerstag reiste ich zusammen mit weiteren Athleten und Betreuern des Deutschen Teams in das über sechshundert Kilometer entfernte Almere nach Holland.

Untergebracht waren wir in einem großen und exklusiven 4-Sterne-Tempel, in dem alle offiziellen Programmpunkte der Europameisterschaft stattfanden. Wie praktisch für uns Sportler, die außerhalb vom Triathlon jegliche Anstrengung meiden.

Neben uns deutschen Athleten waren hier auch Athleten anderer Nationen untergebracht.

Etwas erschöpft von der doch recht langen Anreise verbrachten wir den ersten Tag damit, unsere Zimmer zu beziehen und die müden Muskeln bei einem lockeren Dauerlauf zu aktivieren.

Im Anschluss wurde uns die offizielle Teambekleidung ausgehändigt. Auf nahezu allen Kleidungsstücken fand sich unser nationaler Schriftzug „Deutschland“ wieder. mit Stolz würden wir sie in den kommenden Tagen tragen.

Auf dem Weg zum Abendessen konnte man kurz in dumme Gesichter blicken: Haben wir uns im Saal geirrt?

In einer Art Hochzeitssaal wurde unter Kerzenschein ein üppiges Buffet aufgefahren, das kaum Wünsche offen ließ. Lediglich das Brautpaar fehlte.

Wie man es von Hochzeitsfesten so kennt, wurden die Speicher ordentlich aufgefüllt und die jeweilige Magengröße auf das Äußerst ausgereizt.

Nach dieser Völlerei und einem langen „Bubu“ im kompfortablen Hotelbett stand am Freitag die Besichtigung der Wettkampfstrecke auf dem Programm.

Vom Hotel aus ging es für alle Athleten, eskortiert von holländischen Polizeimotorrädern inklusive Blaulicht, mit dem Rad zur etwa zehn Kilometer entfernten Wettkampfstätte – ein Eskortservice, wie er normalerweise Präsidenten, Königen und natürlich Triathleten gebührt.

Bereits an den Zeitfahrmaschinen konnte man erkennen, dass es hier morgen um den Europameistertitel und nicht um den Wald- und Wiesenkönig ging.

Zur Strecke:

Die 1500m lange Schwimmstrecke wurde mittels Bojen in einem Dreieckskurs abgesteckt und auf zwei Runden mit kurzem Landgang aufgeteilt. Geschwommen wurde dank des 18 Grad kalten Ijsselmeers im Neoprenanzug.

Die 40km lange und absolut flache Radstrecke, die einer Autobahn für Fahrräder glich, wurde ebenfalls auf zwei Runden mit Wendepunkt aufgeteilt.  Gefahren wurde auf einem breiten Damm, der parallel zum Wasser verlief.

Ein sehr windanfälliger aber zugleich extrem schneller Kurs ohne Kurven. Kurz gesagt: eine absolute Drückerstrecke genau nach meinem Geschmack.

Die abschließende 10km lange Laufstrecke wurde auf vier Runden mit teilweise geringen Anstiegen und größtenteils  asphaltierten Strecken aufgeteilt.

Voller Vorfreude auf das längst überfällige Energieabbauen ging es guter Dinge zurück zum Hotel.

Ausruhen und Startliste studieren waren jetzt angesagt. Dabei wurde mir kurzzeitig schlecht: Landesmeister,  Europameister, Weltmeister und Ex-Radprofi, so die Ergebnisse meiner Googlerecherche der ersten vier Starter der Liste.

Aufgrund dieser Tatsache entschied ich mich, zusammen mit Zimmerkollege Michael Haas, das Googlen der Konkurrenz gegen eine 5-stündige Giro d‘Italia Fernsehsession zu tauschen.

Um 18 Uhr ging es dann zur Eröffnungszeremonie, die wieder im Hotel stattfand. Nachdem alle Nationen nacheinander aufgerufen wurden, wurde die Europameisterschaft nach kürzeren Redebeiträgen eröffnet. Hierbei kam Olympia-Feeling auf auch wenn der Veranstalter Probleme hatte, die deutsche von der belgischen Flagge zu unterscheiden.

Erneut folgte ein kohlenhydratreiches Abendessen am „Hochzeitsbuffet“, um für den morgigen Wettkampf die nötige Energie zu haben.

Wettkampf:

Für 88 Polizeibeamte ertönte dann am Samstag um 12:00 Uhr der Startschuss.

Nach einem für meine Verhältnisse akzeptablen, aber keineswegs guten Schwimmen, ging es auf Platz 22 liegend als letzter Deutscher aufs Rad zur Aufholjagd!

Trotz des starken Gegenwindes auf dem Hinweg fuhr ich Kilometer für Kilometer immer weiter nach vorne und wechselte zusammen mit einem deutschen Teamkollegen auf Gesamtrang 6 liegend zum Laufen. Gut gedrückt würde ich sagen 😉

Überleben und sich trotz des wenigen Lauftrainings nicht von teilweise sehr starken Läufern im Nacken überholen lassen, war jetzt mein Plan, den ich überraschender Weise genauso umsetzen konnte.

Im  Ziel konnte ich mich dann über den 6. Gesamtplatz und den Europameistertitel für das Team Germany freuen.

Für mich ein absolutes Traumergebnis, mit dem ich zu keinem Zeitpunkt gerechnet hatte.

Die guten Ergebnis luden bei der Abschlussparty zum Feiern ein.

Für mich als Hobbytriathlet war die Europameisterschaft ein tolles Erlebnis, das ich sicher noch lange in Erinnerung behalten werde.

Zurück in Deutschland geht es nun weiter im Trainingsalltag, um das Hauptziel Hamburg nicht aus den Augen zu verlieren. Bis dort hin werde ich noch beim ein oder anderen Wettkampf an der Startlinie stehen.

2 Gedanken zu “Deutschland ist Europameister!!!

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