Hawaii Quali geschafft!

Da ist das Ding: Beim Ironman Hamburg am vergangenen Sonntag konnte ich mir den heißbegehrten Slot für die legendäre Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii sichern. Aber alles der Reihe nach. Heute schaffe ich es nach einigen feierwütigen und langen Tagen endlich, Euch von unserem Aufenthalt in Hamburg zu berichten.

Tag 1: Donnerstag

Los ging es am Donnerstagnachmittag mit der Reise nach Hamburg. Gegen 14:30 Uhr brach ich zusammen mit Premiumfan und Freundin Marie von Zuhause auf. Bereits nach 10 km erfolgte dann der erste geplante Boxenstopp: in Riegel gabelten wir Teamkollegen und Leidensgenossen Matze, der ebenfalls für den Ironman gemeldet war, und dessen Freundin Kathi auf.

Alle Mann an Bord, und los ging der heiße Ritt in Richtung Hansestadt.

Neben reichlich RedBull und kleinen Snacks gab es im selbsternannten Partybus typische selbsterfundene Autospielchen zum Zeitvertreib. Zusammen mit Partyhits direkt vom Ballermann und Klassikern der Kindheit wurde die Autofahrt zu einer Riesengaudi und die neun Stunden bis nach Hamburg verging wie im Flug.

„Gummibärn, hüpfen hier und dort und überall, sie sind für dich da, wenn du sie brauchst, das sind die Gummibärn…“

„Bei Goofy und Max, ist jeder Tag n Klacks. Zwei Freunde, ist klar, sie sind das größte…“

„Bom Bom Bom bo bom, bom bo bom bom Baluuuuu…“

Nach Mitternacht kamen wir schließlich etwas gehörgeschädigt aber zufrieden (dank BurgerKing auch satt!) in unserer modernen Altbauwohnung mitten in Hamburg-City an. Einzige Hürde stellte lediglich die steile Treppe mit über 100 Stufen bis zur Wohnung im dritten Stock dar. Sie trieb Matze und mir dicke Schweißperlen ins Gesicht und wir fragten uns: Wie, zur Hölle, soll das nur am Sonntagabend werden, wenn zwei muskulär angesäuerte Eisenmänner den dritten Stock erreichen müssen? Nach einem kühlen Feierabendbier, das uns unser Vermieter (mit gefühlten 2,50m Körpergröße auch liebevoll Schrank genannt) freundlicherweise als Willkommensgeschenk bereitstellte, waren diese Zweifel wieder in Vergessenheit geraten und wir gingen ins Bett.

Tag 2: Freitag

Am Freitag bekamen wir dann Verstärkung aus der Heimat. Matzes bester Freund Schnegg kam zusammen mit seiner zukünftigen Frau (Schneggle) per Flieger zu uns nach Hamburg, um uns am Sonntag tatkräftig zu unterstützen.

Neben Familie Schnegg zählten auch Lauftrainer Schorsch mit Frau Barbara, Schwägerin in spe Theresa, Familie Hoch und seit Frankfurt 2017 Ironman-Fan Jessica mit Freund Simon zu unserer treuen Supporter-Crew.

Den Freitag verbrachten wir mit Sightseeing, Shopping, Hafenrundfahrt, Wettkampfstätte begutachten und Blödsinn reden, z. B. Was speichert man denn in dieser Speicherstadt?!

Nachdem wir bereits große Bedenken bzgl. des Schwimmens mit Neoprenanzug hatten, wurden die letzten Fünkchen Hoffnung im Keim erstickt. Nicht nur kein Neo, sondern überhaupt kein Schwimmen: aufgrund gesundheitsgefährdender Blaualgen in der Alster wurde das Schwimmen durch einen 6km-Lauf durch die Hamburger City ersetzt. Geschockt schwirrten tausende Gedanken in unseren Köpfen herum:  Wie sollte ich das bloß angehen? Insgesamt nun fast 50 km laufen schaffe ich nie! usw. Um den Kopf frei zu bekommen, ging es um 20:00 Uhr ins Musical Der König der Löwen und was soll ich sagen: Hakuna Matata, es heißt die Sorgen bleiben für immer fern.

Tag 3: Samstag

Am Samstag wurde es dann langsam ernst: frühstücken, Wettkampfsachen packen, kurze Vorbelastung und ab zum Fahrrad Check-In. Was sich sehr stressig anhört, konnte uns ganz und gar nicht stressen, sodass auch heute wieder Zeit für unsere tägliche(n) Stunde(n) Tour de France war.

Beim Fahrrad-Check-In durften wir dann doch noch Hamburger Wasser schlucken. Plötzlich fing es an, in Strömen zu regnen und der Wind pfiff durch die gefühlt nicht-enden-wollende Wechselzone, die by the way tatsächlich die längste Wechselzone der Welt war. Immer wieder hörte man, wie Zeitfahrmaschinen jenseits der 5000 € aufgrund ihrer Scheibenräder durch den starken Wind vom Wechselständer geblasen wurden. Im strömenden Regen und nur mit kurzer Hose und einem Trägershirt bekleidet rannte auch ich noch mal zu meinem Schätzchen, um es dementsprechend zu befestigen. Um keine Erkältung zu riskieren und möglichst schnell wieder trockene Kleider zu bekommen, ging es für mich batschnass auf eine schnelle Shoppingtour. Der spontane und ursprünglich kurze Einkauf eines trockenen und warmen Sweatshirts entwickelte sich aufgrund meiner weiblichen Shoppingbegleiter zu Hamburgs next Shopping-King-Tour. Am Ende hatte ich einen Pullover, ein Hemd und vier T-Shirts im Gepäck. Zurück in unserer Unterkunft wurden ordentlich Nudeln gespachtelt und nach einem Prerace-Bier ging es dann auch schon ins Bett, um am nächsten Morgen fit zu sein.

Tag 4: Raceday

Nun war es endlich soweit. Der 29.07. war nach 34 Wochen Vorbereitung plötzlich und unerwartet da und wir mussten ihn bereits um 04:00 Uhr mit einem ekligen Weckerton begrüßen.

Aufstehen, Frühstücken, Zähne putzen, 500 Gels in Trinkflaschen abfüllen und ab ging die Luzi. Die lange Treppe hinunter auf die Straße war einfach zu bewältigen und man spürte bereits den Dampf unter den Sohlen.

In der Wechselzone herrschte bereits reger Betrieb. Jedermann präparierte sein Rad und ging noch einmal für kleine Ironmen.

Ruck zuck war die Zeit vorbei und Matze und Ich fanden uns dummerweise am Ende des prall gefüllten Startblocks wieder. Wir würden den Start mehrerer tausend Starter abwarten müssen, bevor es für uns auf den langen Weg geht. Doch Jammern half nichts, drängeln war nicht mehr möglich und so starteten wir erst zwanzig Minuten nach dem Startschuß zu unserm längsten Tag des Jahres, was dank Rolling Start nicht groß von Nachteil ist.

Zum Wettkampf:

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