Challenge Heilbronn

Wie wird der Wettkampf? Was habe ich zur Zeit auf dem Kasten? Wie schnell kann ich laufen? Wo werde ich mich platzieren?

War es die richtige Entscheidung, den Wettkampf als Trainingswettkampf zu nutzen und auf eine längere Regeneration vor dem Wettkampf zu verzichten?

All diese Fragen beschäftigten mich vor meinem ersten Wettkampf der Saison 2019, der Challenge Heilbronn.

Wie bereits in einem kleinen Vorbericht beschrieben, tat ich alles dafür, um diese Fragen bereits vor dem Wettkampf zu beantworten. Doch im Nachhinein ist man immer schlauer und so weiß ich nun auch, dass meine erfundene Wahrsagerin Friedhilde Futur nicht in allen Punkten recht hatte.

Aber der Reihe nach:

Um 08:30 Uhr startete ich relativ weit vorne im Feld auf die insgesamt rund 108 km lange Wettkampfstrecke.

Wie bereits prophezeit, war die Wassertemperatur im trüben Neckar mit 16,1 Grad nicht ganz so einladend wie das traumhafte, hellblaue und glasklare Wasser 2018 auf Hawaii. Doch es half nichts, Neo an und ab dafür. Nach 30 Minuten war das Eisbad dann auch schon Geschichte und ich auf dem Weg in eine sehr lange und enge Wechselzone.

Warum ich – für meine Verhältnisse – im Wasser so langsam unterwegs war, weiß ich bislang nicht, schnell angefühlt hat es sich aber trotzdem.

In der Wechselzone war ich dann etwas neben der Spur. War mein Hirn noch eingefroren? Beim Rausschieben des Rads fiel mir auf, dass ich mein Startnummernband noch nicht umgebunden hatte und auch vergessen hatte, mir Socken anzuziehen. Umdrehen war bei der Länge der Wechselzone (angeblich 800m) keine Option und so musste es eben ohne gehen, was im Nachhinein kein größeres Problem war.

Motiviert und mit viel Dampf ging es auf dem schwarzen Hengst dann 20km stadtauswärts. Schnell merkte ich, dass ich dieses hohe Tempo momentan nicht würde halten können. Ich nahm ordentlich raus, fuhr kontrolliert und behielt im Hinterkopf, dass nach dem Radfahren noch ein Halbmarathon auf mich wartete!

Doch was war mit dem unermüdlichen, schwarzen Hengst los? Irgendwie wollte mein Rad an diesem Tag nicht so recht funktionieren und so sprang mir nahezu bei jedem Schaltvorgang auf das große Kettenblatt die Kette runter. Ohne anzuhalten und binnen weniger Sekunden war das Ding aber immer wieder schnell drauf und ich kam mit einem soliden 35,1 km/h Schnitt wieder in die Wechselzone.

Dann folgte die große Überraschung: Das große schwarze Loch, das mir fürs Laufen prophezeit wurde, blieb aus und ich konnte entspannt auf die 21 km lange Laufstrecke starten. Ohne Probleme und angetrieben von den Knoblauchspaghetti vom Vorabend sammelte ich Kilometer für Kilometer und passierte nach knapp über 04:30 h dann den Zielbereich.

Mit dem 57. Gesamtplatz und dem 15. Platz in der Altersklasse kann ich aufgrund der aktuellen Umstände sehr gut leben und so freue ich mich bereits jetzt auf eine flache, schnelle Strecke bei der bevorstehenden Europameisterschaft mit der Deutschen Amateur Nationalmannschaft in Holland in zwei Wochen.

Bis dahin gebe ich trainingstechnisch nochmal ordentlich Gas, denn ein Platz auf dem Treppchen wäre schon ziemlich geil!

Ein großes Dankeschön noch an meine Ex-Lieblings-Streifenpartnerin inclusive Familie und Ehemann (ja, von der Hochzeit habe ich auch nur zufällig erfahren ;-)), die uns ein kuschliges Bett, ein üppiges Frühstück und eine tolle Zeit in Heilbronn beschert haben.

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